Systemische Psychotherapie

Meine Grundhaltungen

systemisch....

"Vieles kann der Mensch entbehren, nur den Menschen nicht." (Ludwig Börne)

Als Menschen sind wir nicht alleine auf der Welt, sondern leben und interagieren in unterschiedlichsten Konstellationen mit unseren Mitmenschen. Die Zugehörigkeit zu sozialen Systemen (Familie, Partnerschaft, Freundeskreis, Schulklasse, Arbeitsplatz, Vereine,...) ist ein Wesensmerkmal von uns. Ein neugeborener Mensch kann nur unter der Obhut und Fürsorge anderer Menschen überleben und sich entwickeln. Er wird unter anderen Menschen - Familie oder engste Bezugspersonen - zu dem, was er ist.

Als systemische Psychotherapeutin betrachte ich den Menschen als Individuum - eingebettet in soziale Systeme - und auch von diesen geprägt. Mein therapeutisches Interesse gilt u.a. der Frage, wie ein Problemzustand bzw. symptomatisches Verhalten einer Person mit ihren wesentlichen (vergangenen und gegenwärtigen) sozialen Erfahrungen, Strukturen, Beziehungs- und Kommunikationsmustern zusammenhängt und wie diese das Denken, Fühlen und Handeln im Hier und Jetzt (mit)bestimmen.

....ressourcenorientiert

Als systemische Therapeutin orientiere ich mich stark an den individuellen Möglichkeiten und Fähigkeiten des Menschen. Ich denke, dass jeder das Potenzial zur Bewältigung seiner Probleme und Herausforderungen bereits in sich trägt. Dieses ist in schwierigen Lebensphasen bzw. Krisen häufig kaum oder nicht zugänglich und dem Menschen oft auch nicht bewusst. Ich möchte daran arbeiten und dabei unterstützen, dieses Potenzial (wieder) zu entdecken, zu mobilisieren und nutzbar zu machen.

"Eine Krise besteht darin, dass das Alte stirbt und das Neue nicht geboren werden kann." (Antonio Gramsci)

Ich denke, dass Probleme und Symptome - so belastend sie auch erlebt werden - stets auch Zeichen und Chancen für etwas Neues, einer Weiterentwicklung im Leben von Menschen sein können (wie auch immer dieses Neue aussieht). Für mich besteht die Herausforderung einer Therapie auch darin, diese zu erkennen und zu nutzen.

wertschätzend....

„Ich glaube daran, dass das größte Geschenk, das ich von jemandem empfangen kann, ist, gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden. Das größte Geschenk, das ich geben kann, ist, den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren. Wenn dies geschieht, entsteht Beziehung.“ (Virginia Satir)

Meine Arbeitsweise ist gekennzeichnet durch ein hohes Maß an Wertschätzung und Würdigung dem Menschen und dessen Lebensweisen, Werten und Einstellungen gegenüber.

Ich glaube, jeder Mensch hat seine eigenen, ganz individuellen "Bewältigungsstile" der eigenen Lebenssituation und diese können höchst unterschiedlich sein. In jedem Fall sind sie besonders. Angesichts dessen nehme ich als Expertin für den therapeutischen Prozess die Haltung ein, dass Sie selbst ExpertIn Ihres Erlebens sind.

Mir ist ein Kontakt "auf Augenhöhe" wichtig- ich denke, das ist die Grundlage für Offenheit und Vertrauen.

....zielorientiert

"Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind ein günstiger." (Seneca)

In einem Zustand der Belastung erscheint es manchmal ganz klar, welche Veränderungen man anstreben und wo man hin möchte.

Manchmal erleben sich Menschen in ihren Leidenszuständen und Belastungen aber auch orientierungslos. Dabei ist oft nicht klar, ob und was man eigentlich verändern will und kann und welches Ziel man anstreben möchte.

Ich möchte Sie dabei unterstützen, für sich zu erkennen, was Sie sich an Veränderungen wünschen und was im Bereich des Möglichen liegt. Mit Ihnen gemeinsam möchte ich ein für Sie stimmiges Therapieziel (oder mehrere) formulieren. Darauf aufbauend werde ich den Therapieprozess in laufender Abstimmung mit Ihnen organisieren, strukturieren und gestalten.

Es ist mir wichtig, Ihnen im Laufe des Prozesses kontinuierlich einen Reflexionsraum für Ihren Entwicklungsprozess zu bieten, z.B.: Was hat sich schon verändert? Wo stehe ich jetzt? Was hat mir besonders geholfen? Welche wichtigen Erkenntnisse habe ich gewonnen? Wo möchte ich noch hin?

Methoden

Systemische Psychotherapie findet als Gesprächstherapie statt- "face to face" und im Sitzen.

Ein klassisches Merkmal systemischer Gesprächsführung ist der umfassende Einsatz von Fragen. Diese können ganz unterschiedlich sein und werden in empathischer und therapeutisch absichtsvoller Form verwendet, um Unterschiede zu erzeugen, Ressourcen zu mobilisieren und Veränderungsprozesse anzuregen.

Die systemische Psychotherapiebietet überdies ein breites Methoden- bzw. Interventionsspektrum.

Je nach Persönlichkeit des Menschen, Lebensgeschichte, Themen und Anliegen bieten sich unterschiedliche methodische Zugänge an, z.B. Metaphernarbeit, symbolisierende Darstellungen am Systembrett oder Flip Chart, Externalisierung & Skulpturierungen, Timeline, "Stühlearbeit" oder auch kreative Ausdrucksformen wie Malen oder Zeichnen. Auch das Schreiben kann in der Therapie zielgerichtet eingesetzt werden. Ein besonderes Merkmal systemischer Therapie ist auch das "Verschreiben von Hausaufgaben".

Weiters arbeite ich mit Methoden aus der hypnosystemischen Therapie - z.B. Imaginationsübungen zur bewussten Annäherung an erwünschte innere Prozesse und Zustände.

Ich arbeite auch mit schematherapeutischen Interventionen, wenn dies aus der jeweiligen Geschichte heraus sinnvoll und gewinnbringend sein kann.

Letztlich ist jede Person, jede Situation und jeder Lösungsweg individuell. Ein Weg, der für den einen passend und zielführend ist, kann es für einen anderen nicht sein. Aus diesem Grund ist es mir wichtig, Therapiemethoden in kooperativer Weise mit Ihnen abzustimmen und mit Ihnen als ExpertIn für Ihr eigenes Erleben immer wieder zu evaluieren, was für Sie passend und hilfreich ist.